zurück zum Start
Kandidat für den Gemeinderat in Stegen
auf der Liste der
SPD - Dreisamtal / Stegen



Mark Rauschkolb,

47 Jahre, wohnhaft in Stegen (Kernort), Hausmeister in Elternzeit, geschieden (seit 1995), 3 Kinder im Vorschulalter

Ehrenamtliche Aktivitäten: 1. Vorsitzender Elternbeirat des Kath. Kindergarten Stegen (2016/17 und 2018/19), Mitglied im heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Stegen, Teilnahme am Arbeitskreis Klimaschutz Stegen, freier Mitarbeiter im Adelsprojekt und Burgenprojekt des Instituts für Landesgeschichte der Universität Freiburg

Interessen, Hobbies: Archäologie und Geschichte, Pilze sammeln

Politisches Motto: Demokratie braucht Opposition.

Stegen und ich: Aufgewachsen in Polle im Weserbergland verschlug es mich 1991 nach der Verweigerung des Kriegsdienstes an der Waffe zum Zivildienst ins Badnerland. Durch mein Studium der Ur- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Archäologie und Mittelalterlichen Geschichte an der Universität Freiburg lernte ich meine heutige Lebenspartnerin, die in Stegen aufgewachsen ist, kennen und zog 2007 ins Dreisamtal. In Stegen "angekommen" bin ich erst durch die Geburt meiner ältesten Tochter im Jahr 2013; - zumindest werde ich, seitdem ich mit Kind unterwegs bin, auf der Straße gegrüßt.  In den vergangenen Jahren habe ich meine neue Heimat mit all seinen Widersprüchlichkeiten (z.B. die unglückliche Zwangsehe von Stegen und Eschbach in den 70er Jahren) zu schätzen gelernt.
Bedingt durch meine Biographie durfte ich "boomende" Zentren und kriselnde Regionen mit all ihren Merkmalen kennenlernen. In der Gesamtgemeinde Stegen haben wir beides. Mit Sorge blicke ich auf unseren Ortsteil Eschbach. Der Verlust einer Einkaufsmöglichkeit, kein Wirtshaus und die mittelfristig drohende Schließung der Grundschule zeigen eine deutliche Abwärtsspirale. Ein weiteres - überdimensioniertes - Neubaugebiet (Oberbirken) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kernort Stegen wird diesen Trend noch weiter verschärfen. Die derzeit vorhandenen - und uns lieb und teuren - Doppelstrukturen (Kindergärten/Schulen) wird man in der Folge in Eschbach wohl nicht mehr aufrecht erhalten können und gleichzeitig in Stegen (Kernort) neue Kapazitäten dazubauen müssen. Damit droht das Neubaugebiet "Oberbirken/Nadelhof" zum Sargnagel Eschbachs zu werden! Eine Denkpause beim Realisierungsprozess Neubaugebiet "Oberbirken" halte ich daher für dringend geboten und wünsche mir, dass nochmal alle Optionen für Wohnungsneubauten in Eschbach ernsthaft geprüft werden, um so diesen Ortsteil für die Zukunft lebenswert zu gestalten.

Die SPD und ich: Vorab sei erwähnt, dass ich parteilos bin. Dies sollte aber nicht als Distanzierungsversuch missverstanden werden. Ganz im Gegenteil. Die Entscheidung für die SPD bei den Kommunalwahlen 2019 zu kandidieren, erfolgt aus persönlicher Überzeugung. Selber in einem gewerkschaftlich organisierten und sozialdemokratisch geprägten Haushalt groß geworden, kehre ich nach einer Phase der Entfremdung im Zuge der späten "Schröder-Jahre" wieder zu meinen politischen Wurzeln zurück. Ausschlaggebend war letztlich die engagierte Ratsarbeit von Claudia Glißmann und Klaus Kiesel. Beide haben mir als Bürger bei meinen Anliegen stets vorbehaltlos zugehört ohne jemals arrogant oder andererseits anbiedernd zu sein. Immer wieder durfte ich in den vergangenen Jahren Claudia und Klaus als Kümmerer im besten Sinne des Wortes erleben. Diese gemachte Erfahrung möchte ich gerne weitergeben und zukünftig mit möglichst vielen Einwohner Stegens teilen.

Was mich aktuell bewegt: Greta Thunberg (16 Jahre), schwedische Klimaaktivistin - Greta Thunberg kämpft für die schnelle und umfassende Reduktion beim Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen, um so die gravierendsten Folgen des Klimawandels für ihre und die ihr nachfolgenden Generationen einzudämmen. Neben der Tatsache, dass Thunbergs Analyse korrekt und ihre Folgerungen und Forderungen in sich schlüssig und vollumfänglich berechtigt sind, berührt mich persönlich noch etwas anderes. Die junge Frau hat: Angst! Angst vor einer Zukunft in einer lebensunwirtlichen Umwelt.

Mir ist dieses Gefühl aus meiner Kindheit und Jugend selber nur allzu gut bekannt - nur waren die Vorzeichen damals andere. Meine alte Heimat im Weserbergland gehörte in den 80er Jahren zu einer militärischen Tiefstflugzone (Flüge bis auf 70m über dem Boden, häufig mit dem Durchbrechen der Schallmauer) und er war seinerzeit im Frühjahr und Herbst Manövergebiet für zehntausende Soldaten der Natostreitkräfte. Nachts rollten die Panzer durch den Ort und frästen die Bordsteine runter. Im Morgengrauen auf dem Weg zum Schulbus schob sich vor dir ein Gewehrlauf durch den Lattenzaun und der GI hinter dir nutzte dich als menschliche Deckung im Häuserkampf. Täglich fuhr unser Schulbus nach Holzminden über sieben etwas "andere" Kanaldeckel. Darunter Sprengkammern, die im Ernstfall die russischen Panzerverbände am Vormarsch hindern sollten. 1988 stürzte in etwa 1000 m Entfernung von meinem Elternhaus eine britisches F4 Phantom II ab. Es dauerte etwa eineinhalb Stunden bis von britisches Seite mitgeteilt wurde, dass sich keine nukleare Munition an Bord befand (damals konnte man mit den alten Röhrenradios noch den Polizeifunk abhören). Es war Krieg und eine Kindheit und Jugend in ständiger Angst vor der nuklearen Vernichtung! Die Lage Polles zwischen den beiden AKW Würgassen (mittlerweile zurückgebaut) und Grohnde sowie der GAU in Tschernobyl 1986 machte die Sache nicht besser.
Heute, dreißig Jahre später, überkommt mich bei jedem unvorhergesehen Sirenenalarm, militärischen Übungsflügen und heftigen Knallgeräuschen eine deutliche innere Unruhe. Es sind die Spätfolgen dieser Kindheit in Angst. Angst wie sie heute Greta Thunberg spürt und Angst, die ich meinen Kindern ersparen möchte.
Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass Stegen bis 2030 bei der Energiebilanz klimaneutral wird.